Ordinationsausstattung


Der Bereich Ordinationsausstattung ist sehr komplex, darum haben wir für Sie einen Überblick über gesetzliche Vorschriften und Sachverhalte zu den häufigsten Fragen erstellt:

Ordinationsobjekt
Räumlichkeiten
Ausstattung der Ordination

Ordinationsobjekt

Ordinationen unterliegen einer Vielzahl von gesetzlich geregelten baulichen Anforderungen. Diese kommen vor allem bei einem Neubau oder einer grundlegenden Sanierung (mit Änderung bei tragenden Wänden) zur Anwendung.
Detaillierte Informationen dazu erhalten Sie bei der örtlichen Baubehörde, Ihrem Architekten oder Ihrer Baufirma.
Achtung:
Seit 1. Jänner 2016 ist das Bundes-Behindertengleichstellungsgesetz in vollem Umfang anwendbar (weitere Informationen dazu finden Sie unter Barrierefreiheit).

Fußboden

 

Eine der häufigsten Fragen: "Ist ein Parkettboden in den Ordinationsräumlichkeiten erlaubt?"

 

Es sind Fußbodenbeläge zu wählen, die fugenlos und/oder flüssigkeitsdicht, leicht zu reinigen und zu desinfizieren und widerstandsfähig sind. Verfugte Fliesenböden, Laminatböden oder Parkettböden würden somit dem Erfordernis entsprechen. Dies bedeutet, dass ein versiegelter und somit fugenloser Parkettboden in Ordinationen erlaubt ist, wenn die Versiegelung regelmäßig überprüft wird.
Nähere Informationen finden Sie auch unter www.arzthygiene.at

Toiletten

 

Eine Patiententoilette muss vorhanden sein, ausgestattet mit einer Waschgelegenheit, einem Seifenspender sowie Papierhandtücher und ein Abfallkorb.
Achtung:
Es gibt keine gesetzliche Verpflichtung für ein eigenes Personal-WC. Und jene Toilette, welche Ihr Personal benutzt, muss zusätzlich zur oben genannten Ausstattung mit einem fixmontierten und händebedienungsfreien Spender mit Händedesinfektionsmittel ausgestattet sein.
ÄQZ-Expertentipp: Toiletten in Ordinationen

Räumlichkeiten

Raumgröße

 

In der Hygiene-VO sind dazu einerseits sehr allgemeine, aber auch in gewissen Bereichen sehr detaillierte Anforderungen zu finden.
Beispielsweise gibt es zur Raumgröße keine speziellen Größenangaben, sondern diese muss sich nach den zu erbringenden Leistungen richten und eine sichere Behandlung gewährleisten. Jedoch existiert sehr wohl eine differenzierte Beschreibung der unterschiedlichen Raumtypen samt baulicher Anforderungen (siehe Anlage 2 der Hygiene-Verordnung der ÖÄK).

Medizinischer Handwaschplatz

 

Seit 2017 ist ein medizinischer Handwaschplatz vorgeschrieben, der als „eine Waschgelegenheit ohne Überlauf zu verstehen ist, die eine bedarfsgerechte Reinigung der Hände und Unterarme ermöglicht und bei Kontamination vollständig desinfiziert werden kann“. Bereits bisher war in Behandlungsräumen mit Kontaminationsrisiko eine normale Waschstelle gefordert.

Ein medizinischer Handwaschplatz ist im klassischen Behandlungsraum Typ 1 „jedenfalls bei Kontaminationsgefahr“ erforderlich, bei den Räumen Typ 2 kann dieser, bei Typ 3 und 4 muss dieser außerhalb des Behandlungsraums sein.

Ausnahmebestimmung für bestehende Ordinationen: eine Umrüstung auf einen medizinischen Handwaschplatz muss bei den Raumtypen 1 und 2 nur bei einer Neuinstallation erfolgen, d.h. die bestehenden Waschgelegenheiten können bestehen bleiben!

In jedem Behandlungsraum brauchen Sie einen fixmontierten und händebedienungsfreien Spender mit alkoholischem Händedesinfektionsmittel. Für Flüssigseifen und Desinfektionsmittel müssen grundsätzlich Originalgebinde verwendet werden, andernfalls müssten die Gebinde bei Nachfüllung entsprechend aufbereitet und gekennzeichnet werden.

Klimageräte

 

Mobile Klimageräte dürfen ausschließlich im Wartezimmer, Anmeldungsbereich und Beratungsraum eingesetzt werden und müssen gemäß den Herstellerangaben gewartet und gepflegt werden.
Split-Geräte dürfen nur unter der Voraussetzung einer mindestens einmal jährlichen Wartung im Behandlungsraum Typ 1 eingesetzt werden. Bei einem Einsatz im Behandlungsraum Typ 2 sowie im Typ 3 ohne mechanische Be- und Entlüftungsanlage gemäß ÖNORM H6020 ist jedenfalls die hygienische Unbedenklichkeit sicherzustellen.
Eine Zusammenstellung der Hygieneauflagen finden Sie im ÄQZ-Expertentipp: Raum- und Ausstattungserfordernisse

Ausstattung der Ordination

Immer dann, wenn Sie Angestellte haben, gilt die Ordination als Arbeitsstätte und Sie sind verpflichtet, gewisse Anforderungen aus dem Arbeitnehmerschutz bzw. für Arbeitsstätten zu erfüllen, z.B. den Aufenthaltsbereich für die MitarbeiterInnen („Jausenplatz“), Beleuchtung, ...

Feuerlöscher

 

Jede Ordination muss als Arbeitsstätte „geeignete Löschmittel in ausreichender Anzahl“ haben und diese alle zwei Jahre überprüfen lassen. Ausreichend bedeutet nach der Technischen Richtlinie für vorbeugenden Brandschutz (TRVB), dass dies pro Brandabschnitt (und Ordinationen bestehen in der Regel aus nur einem Brandabschnitt) und pro 200m² ein Wasser- oder Schaumfeuerlöscher mit einer Kapazität von 4 LE (Löscheinheiten) ausreicht. Überlegenswert ist weiters, ob Sie wegen der elektrischen Geräte und der EDV zusätzlich einen kleinen CO2-Feuerlöscher anschaffen.

Detaillierte Informationen dazu finden Sie bei Ihrem Arbeitsinspektorat bzw. unter www.arbeitsinspektion.gv.at.

Grundausstattung und fachspezifische Ausstattung

 

Die Qualitätssicherungsverordnung 2012 unterscheidet eine verpflichtende Grundausstattung, welche nach Fachrichtungen nur minimal variiert und die jeweilige fachspezifische Ausstattung.

Die für Sie zutreffende Ausstattung entnehmen Sie den folgenden Ausstattungslisten.

Notfallausstattung

 

Gemäß § 9 der Qualitätssicherungsverordnung 2012 müssen alle Ordinationen über einen Beatmungsbeutel verfügen. Die Notfallausrüstung muss deutlich erkennbar aufbewahrt und gekennzeichnet sein.

Die Telefonnummern des Notarztes (der Notärztin), der Polizei und anderer Einsatzorganisationen müssen bei jedem Telefon sofort verfügbar sein.

Zusätzliche Anforderungen an eine Notfallausstattung sind abhängig vom jeweiligen Fach bzw. Ihrem Leistungsspektrum und auch von den örtlichen Gegebenheiten (z.B. Beschaffung eines Notfallmedikaments aus der Apotheke im gleichen Haus).
Die ÖQMED hat dazu eine unverbindliche Empfehlung für die Notfallausstattung veröffentlicht. Weitere Informationen finden Sie dazu auch im ÄQZ-Expertentipp Raum- und Ausstattungerfordernisse sowie Notfallvorsorge.

Gerne stehen wir Ihnen für Ihre Fragen zum Thema Ordinationsausstattung zur Verfügung. Wenden Sie sich bitte an:
Herrn Mag. Alois Alkin, E-Mail: alkinaekooeat, Telefon: 0732 77 83 71-243

 

   

 

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